2021: Wo schaffen Vermögensverwalter in Zukunft Mehrwert?

Wohin entwickelt sich die Vermögensverwaltungsbranche? Persönlicher Kontakt und persönliche Kommunikation, gerade in der Krise, bleibt das A und O in der Vermögensverwaltung. So zumindest laut der Expertenbefragung von roubini thoughtlab. Angefragt hat die Studie z.B. bei eToro, State Street und der RBC und schaut sich so den Markt für Vermögensveraltungsdienstleistungen global an.

Technologie wird das Verhältnis von Berater zu Investor bestimmen, aber nicht ablösen. Neue Technologien wie Big Data, mobile Anwendungen und Social Media, Konkurrenz aus dem Fintech-Bereich und auch Sicherheit im Cyberspace sind machen Veränderungen in der Branche notwendig. Und das bei aktuell und mittelfristig schwierigen Märkten und Marktumfeld. Auch die Investoren und Zielkunden der Branche sind andere: Investoren sind öfters (und in Nordamerika mehrheitlich) Frauen. Die BRIC-Länder werden wichtiger, zudem stoßen viele Personen hinzu, die heute noch gar kein Bankkonto haben.

Diese Investoren werden auch anspruchsvoller: Transparenz und Risikomanagementfähigkeiten rücken stärker in den Fokus. Hier ist der Berater gefordert und zunehmend unter Druck. Rund die Hälfte der Investoren sind aktuell schon zum Anbieterwechsel bereit, wenn ihre Anforderungen nicht erfüllt werden. Und genau in den oben angegebenen Gruppen mit überdurchschnittlichem Wachstum ist diese Bereitschaft besonders hoch.

Interagiert ein Berater in Zukunft mit seinem Kunden geschieht dies zunehmend Digital. Veränderungen werden vor allem für die Kundenwerbung und -betreuung. Eine Markenbildung über verschiedene (neue) Kanäle, frühzeitige Identifizierung von Kunden mit hoher Wahrscheinlichkeit zukünftig große Vermögen anzusammeln über Analytics sowie Beraterteams, die Familien über mehrere Generationen ansprechen können sind Felder in denen sich Vermögensverwalter entwickeln müssen. Zentral in der Kundenbeziehung ist dann nicht mehr das Treffen am Mahagonitisch, sondern das Investor-Portal welches dem Kunden mehr Transparenz und dem Vermögensverwalter Aufschluss über Kundenwünsche gibt.

Das Investitionsverhalten wird sich dabei nicht allzu stark verändern. Die Entwicklung, neben Risiko und Rendite auch Social Responisbility als Faktor für Investitionsentscheidungen zu nehmen, wird sich laut der Umfrage verstärken.

Was wollen Kunden von ihrem Vermögensverwalter? Kostenbewusstsein, Reputation, Dienstleistungsspektrum und Qualität sind und bleiben die wichtigsten Faktoren. Innovationsfähigkeit und Digitale Lösungen (z.B. Live-Einsicht in das eigene Portfolio) werden zusätzlich wichtiger. Will ein Berater seine Position (und Gebühren) behaupten, darf er laut der Studie aber nicht vergessen: Für das Vorlesen von Investitionsentscheidungen des Computers wird er nicht bezahlt. Vielmehr wird er technologiebasierte Anlageentscheidungen für Investoren einwerten, kontrollieren und steuern, quasi als Brücke zwischen Maschine und Investor, und den Investor darüber hinaus in vielen Bereichen der Lebensplanung unterstützen – am besten 24/7 und über alle Kanäle.

Digitalisierung des Geschäfts ist somit Herausforderung, vor allem aber auch Lösung für Margenprobleme (über Kostenreduzierung) und gestiegene Kundenanforderungen. Hier gibt die Studie Strategieempfehlungen, nachzulesen unter (http://www.econsultsolutions.com/wealth2021-downloads/).

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